Deutsche sprechen im europäischen Vergleich sehr gutes Englisch. Wortschatz, Grammatik, Tempo — alles da. Und trotzdem weiß das Gegenüber nach einem Satz, woher du kommst.
Das liegt fast nie an einem schwierigen Laut. Es liegt an drei Buchstaben, bei denen Deutsch und Englisch sich widersprechen, und an einer Regel, die so tief sitzt, dass du sie nicht abschalten kannst.
Wir haben für einunddreißig Sprachpaare Aussprachematerial gebaut. Deutsch→Englisch ist das Paar mit den wenigsten echten Problemen — und den hartnäckigsten.
W und V: der Tausch, den du nicht hörst
Im Deutschen ist das geregelt und genau deshalb gefährlich:
w=[v]→ Wein, Wasserv=[f]→ Vater, Vogel, viel- aber in Fremdwörtern
v=[v]→ Vase, Villa
Im Englischen gilt etwas anderes:
v=[v]— Oberzähne auf der Unterlippew=[w]— gerundete Lippen, keine Zahnberührung
Deutsch hat [w] überhaupt nicht. Dein Gehirn ersetzt es durch den nächstähnlichen eigenen Laut, und das ist [v]:
| gemeint | kommt an |
|---|---|
| wine | vine |
| west | vest |
| wet | vet |
| worse | verse |
| while | vile |
Spannender ist die Gegenbewegung: Wer weiß, dass er hier Fehler macht, überkorrigiert und macht aus very ein „wery“ und aus Vegas ein „Wegas“. Beides hört man bei Fortgeschrittenen regelmäßig.
Kontrolle: Halt einen Finger quer vor den Mund und sag wine. Berührt deine Unterlippe die Oberzähne, war es ein
[v]. Für[w]die Lippen erst wie für ein deutsches „u“ runden — und von dort direkt in den Vokal.
Z: der Buchstabe, bei dem Deutsche zweimal danebenliegen
Der Name. Englisch Z heißt [zed] (britisch) oder [ziː] (amerikanisch). Deutsch „zett“ versteht niemand. Und Achtung: [ziː] klingt gefährlich nah an C [siː] — am Telefon ist das britische „zed“ die sichere Wahl, auch wenn du amerikanisches Englisch lernst.
Der Laut. Deutsch z = [ts] (Zeit, Zoo [tsoː]). Englisch z = [z], ein stimmhaftes s. Aus zoo wird bei uns „tsoo“, aus zero „tsero“.
Das Kuriose daran: Du kannst den Laut längst. Das s in Sonne [ˈzɔnə] ist genau dieses [z]. Er fehlt dir nur unter diesem Buchstaben. Merkhilfe: englisches z = das s aus „Sonne“. (Das gilt für das Standard- und norddeutsche s; wer aus der Schweiz, Österreich oder dem Süden kommt und [ˈsɔnə] sagt, hat den Laut hier nicht — für dich ist [z] tatsächlich neu, und der Weg dahin ist: s sprechen und dabei die Stimme einschalten.)
Der eigentliche Verräter: die Auslautverhärtung
Das hier kostet mehr Verständlichkeit als V, W und Z zusammen.
Deutsch macht stimmhafte Laute am Wortende hart: Hund → [hʊnt], Tag → [taːk], Rad klingt wie Rat. Völlig automatisch, nie bewusst.
Englisch macht das nicht — und dort trägt der Unterschied Bedeutung:
| stimmhaft | hart |
|---|---|
| bed | bet |
| had | hat |
| bag | back |
| prize | price |
| eyes | ice |
„I need a bet“ statt bed ist kein Akzentdetail, das ist ein anderes Wort. Dasselbe betrifft jede Plural- und Verbendung: dogs endet auf [z], lives auf [vz].
Und jetzt der Trick, den kaum jemand erzählt: Im Englischen hörst du den Unterschied gar nicht primär am Konsonanten, sondern am Vokal davor. Der Vokal in bed ist deutlich länger als in bet. Statt also mit dem d zu kämpfen, zieh den Vokal in die Länge — der Rest ergibt sich fast von selbst.
Nebenbei: Buchstabieren
Beim Diktieren fällt alles zusammen. V = [viː], nicht „fau“. W = double-u [ˈdʌbljuː], nicht „weh“ — eine als „veh veh veh“ vorgelesene Adresse versteht niemand. H = aitch [eɪtʃ], nicht „ha“.
Was du mitnehmen solltest
[w]ist Lippenrundung ohne Zähne — und Überkorrektur („wery“) ist der zweite Fehler.- Englisches
zist deinsaus Sonne, kein[ts]. - Wortenden bleiben weich — und der Hebel dafür ist der lange Vokal davor.
Alle drei Punkte haben dasselbe Problem: Du hörst sie bei dir selbst nicht, weil dein Ohr auf deutsche Kategorien geeicht ist. Der Englischkurs von Prophora setzt deshalb auf Sprechen statt Zuhören und sagt dir nach jedem Satz, an welchem Laut es gehakt hat.